Letzte Aktualisierung: 31.01.2012
Editorial: Datenschutz bleibt ein heißes Eisen
Für Online-Marketer bleibt das Thema Datenschutz ganz oben auf der Agenda. Nicht weil die Übergangsfrist für alte Einwilligungen am 31.08.2012 abläuft. Sondern weil es vielleicht bald noch viel mehr Einwilligungen geben wird. Geht es nach dem Willen einiger besonders strenger Datenschützer, gerät das Surfen durch das World Wide Web zu einem Spießrutenlauf: Ständig wird man dann gefragt, ob man dies will oder jenes nicht.
So etwas kann sich auch ins Gegenteil umkehren: Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich schnell eine App auf mein iPhone herunterladen will und dafür erst die geänderten 150-seitigen AGB bestätigen muss.
Wenn schon Einwilligung, dann sinnvoll: Maximal drei Zeilen lang und so geschrieben, dass zumindest die Mehrzahl der halbwegs gebildeten Nutzer versteht, zu was sie da gerade einwilligen. Klar, es gibt zu denken, wenn Google anfängt, die Daten seiner verschiedenen Dienste zu verknüpfen. Aber welcher halbwegs gebildete Mensch weiß nicht schon jetzt, dass die Suchabfrage „Anleitung Bombenbau“ eventuell einmal gegen ihn verwendet werden kann? Jedenfalls, wenn er gleichzeitig noch in Google+ ein paar Al-Qaida-Kämpfer als Freunde markiert.
Trotzdem wird es härter für Unternehmen, wenn es nach dem Willen von EU-Kommissarin Viviane Reding geht. Sie hat ihre Vorschläge für eine umfassende Reform des Datenschutzes in Europa vorgestellt. Da geht es nicht nur um Einwilligungen.
Ihr
Torsten Schwarz
Herausgeber
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