Online-Marketing-Trends 2009: Die fünf Pflichten des Onlinemarketing
Neben Usability, SEO, E-Mail und Web-Controlling gehört nun auch SEM zum Pflichtprogramm des Onlinemarketing. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Studie „Online-Marketing-Trends 2009“ der Unternehmensberatung Absolit. Diese fünf Instrumente werden von über drei Viertel der 480 befragten Unternehmen eingesetzt. Am stärksten im Kommen sind Mobile Marketing und das Unternehmens-Engagement auf Social-Web-Portalen.
Die Studie wird seit 2006 jährlich durchgeführt. Ein Vergleich der Werte offenbart Trends. So war das Thema Blog in der Vergangenheit überbewertet. 2007 wollten noch knapp 60 Prozent der Unternehmen verstärkt bloggen; 2009 sind es nur noch 48 Prozent. Corporate Weblogs sind überwiegend ein Flop. Nur einigen wenigen Firmen gelingt es, wirklich interessante Blogs zu betreiben. Außer Frosta, Walther und dem Shopblogger gibt es nur wenige Beispiele guter Unternehmensblogs. Oft sind es nur verlängerte Sprachrohre der PR-Abteilungen, aber keine authentischen Kommentare von Mitarbeitern. Stark im Kommen ist auch das Social Web. 11 Prozent mehr Unternehmen als noch 2007 wollen verstärkt nach Möglichkeiten suchen, in Communities Präsenz zu zeigen.
Verbreitung der wichtigsten Onlinemarketing-Instrumente
Neu bei den Pflichtaufgaben der Onlinemarketer ist das Schalten von Suchwortanzeigen (SEM). Von 67 auf 77 Prozent stieg der Anteil der Unternehmen, die SEM einsetzen. Nur wenig verändert sind die Themen Homepage, E-Mail-Marketing und Web-Controlling. Die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit (Usability) steht nach wie vor ganz oben, gefolgt von der Optimierung für Suchmaschinen (SEO). Genau wie E-Mail-Marketing und Newsletter ist die Bedeutung eines guten Google-Rankings bei Onlinemarketern heute unumstritten.
Die Kür des erfolgreichen Onlinemarketing stellt nach wie vor der Einsatz von Web-2.0-Instrumenten dar. Dazu gehört der Einsatz von nutzerfreundlichen Techniken wie AJAX ebenso wie das Zulassen von Kommentaren der Nutzer. Diese nutzergenerierten Inhalte sind für traditionell denkende Marketingabteilungen jedoch noch immer ein heißes Eisen.
Die Verschiebung der Prioritäten
Instrumente des klassischen Onlinemarketing wie Banner und Affiliate Marketing sind in ihren jeweiligen Bereichen Pflicht, nicht aber flächendeckend. Wer heute mit einer klassischen Imagekampagne Reichweite aufbauen will, setzt selbstverständlich Bannerwerbung ein. In jüngeren Zielgruppen liegt die Mediennutzungszeit des Internets bereits höher als TV. Affiliate Marketing wiederum ist im Versandhandel Pflicht. Wer online Produkte vertreibt, nutzt selbstverständlich diese Form der erfolgsbasierten Werbung.
Checkliste
Die wichtigsten Themen im Onlinemarketing:
| Usability |
Nutzerführung und Inhalte auf der Homepage verbessern |
| SEO |
Suchmaschinen-Optimierung: in Trefferlisten weiter oben erscheinen |
| SEM |
Schalten von Suchwortanzeigen (z.B. Google-AdWords) |
| E-Mail-Marketing |
Einsatz von E-Mailings und Newsletter im Kontakt zu Interessenten und Kunden |
| Web-Controlling |
Auswertung der Besucher- und Klick-Statistiken auf Homepage und Newsletter |
| Banneranzeigen |
Schaltung grafischer Werbung in Form von Werbebannern und Videos |
| Affiliate Marketing |
Partnerprogramme, bei denen die Werbepartner am Erfolg beteiligt werden |
| Mobile Marketing |
Integration des Mobiltelefons in den Kommunikationsmix. Die Palette reicht von SMS-Response auf Außenwerbung über Werbe-SMS bis zu Mobile E-Mail-Marketing und speziellen Webseiten für Mobil-Browser |
| Web 2.0: Technik |
Ergänzung von HTML durch neuere Techniken auf der eigenen Homepage. Beispiele sind AJAX (Asynchronous JavaScript and XML), Mash-ups oder Tagging |
| Web 2.0: Portale |
Das Engagement auf großen Web-2.0-Portalen umfasst neben Video- und Social-Bookmark-Portalen im Wesentlichen Social-Web-Communities wie StudiVZ, WKW oder Xing. |
| Web 2.0: nutzergenerierte Inhalte |
Immer mehr Unternehmen geben den Besuchern die Möglichkeit, Kommentare oder Bewertungen abzugeben. |
| Blogs |
Der Betrieb eines eigenen Weblogs bedeutet, dass wie in einem Tagebuch persönlich gehaltene Berichte meist namentlich gekennzeichneter Mitarbeiter publiziert werden. |
Experte: Herr Torsten Schwarz
Dr. Torsten Schwarz ist einer der führenden Fachautoren, Seminartrainer, Berater und Experte zum Thema Online Marketing in Deutschland. Er entwickelt für Unternehmen Strategien der Integration von Online-Marketing in den klassischen Marketing-Mix.
E-Mail: schwarz@absolit.de
|